Letzte Meldungen


Windrad auf dem Wildenberg eingeweiht

Die ZEF weiht das Windrad auf dem Wildenberg ein. Bürgermeister Beck kann sich trotz aller Freude Kritik an der bayerischen Politik nicht verkneifen.
Wunsiedel – Wie keine andere Stadt in der Region gilt Wunsiedel als der Ort der Energiewende. Doch ausgerechnet hier gab es lange Zeit keine Windkraftanlage. Umso feierlicher weihten die Vertreter des interkommunalen Unternehmens Zukunftsenergie Fichtelgebirge (ZEF) mit Vertretern der Stadt Wunsiedel und Gästen das Windrad auf dem Wildenberg ein. Wie üblich in der Festspielstadt ist es mit ein paar Grußworten nicht getan. Nein, in Wunsiedel wird für einen solchen Anlass schon mal die Bibel umgeschrieben. Der evangelische Pfarrer Sebastian Stief höchstselbst dichtete die Heilige Schrift um. Aus dem Jeremia-Vers „Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung“ dichtete er „Ich gebe euch Zukunft und Energie im Fichtelgebirge, eben ZEF“. Als wäre dies nicht genug, komponierten die Mitglieder der Wildenberger Saitenmusik um Zither-Virtuose Gerhard Wunderlich eine „Wildenberg-Polka“ und führten sie mitten im Wald erstmals auf.  Wunsiedels Bürgermeister Karl- Willi Beck machte als einer der Gründerväter der ZEF kein Hehl aus seiner Freude, dass seit Ende Januar endlich auch in seiner Stadt ein Windrad steht. Er bezeichnete es nicht nur als wunderschönes Bauwerk, sondern auch als ein drittes Wahrzeichen der Stadt. „Das Koppetentor steht für die Historie, das Luisenburg-Zeltdach für die Festspiele und dieses Windrad hier für die Energiestadt.“  Besonders freute sich Beck über die vielen privaten Investoren, die das 5,5-Millionen-Euro-Projekt mit ermöglichten. „Der Bau regenerativer Energieerzeuger ist die Basis der Energiewende. Wenn wir die Atomkraftwerke abschalten und dafür lediglich Braunkohlestrom produzieren würden, hätten wir nichts gelernt.“ Auch Offshore-Windanlagen auf dem Meer hält Beck nicht für der Weisheit letzten Schluss. „Windkraft auf dem Land ist wesentlich wirtschaftlicher.“ Eben deshalb kritisierte er die von der Staatsregierung erlassene 10-H-Regelung scharf. Diese besagt, dass der Abstand eines Windrads von Wohnungen mindestens zehn Mal so weit sein muss wie die Anlage hoch ist. Bei einem 200 Meter hohen Windrad sind das 2000 Meter. Mit der 10-H-Regelung gibt es im Freistaat praktisch keine geeigneten Windkraft-Standorte mehr. „Dieses Gesetz kann ich nicht verstehen.“  Beck plädierte vehement für eine dezentrale Energieversorgung, wie sie im Landkreis Wunsiedel vielfach bereits verwirklicht ist. „Wenn alle Landkreise so aufgestellt wären wie unserer, dann gäbe es keine Diskussion über die Gleichstrom-Trasse.“  Auch ZEF-Geschäftsführer Marco Krasser sagte, dass die Regionen erneuerbare Energie benötigen, die nicht Hunderte Kilometer weit transportiert werden müsse. „Wir haben die Energiewende noch lange nicht geschafft.“ Nach dem Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Biomasse gelte es nun, die Speicherung und Vernetzung der unterschiedlichen Energieträger zu managen.  Ein großes Kompliment machte Gunnar Braun vom Verband Kommunaler Unternehmen dem Landkreis Wunsiedel. „Unser Verband, in dem 1400 Stadtwerke zusammengeschlossen sind, wirkt bei allen energiepolitischen Entscheidungen mit. Und egal, ob wir in München oder Berlin sind, wir verweisen immer auf die Region Fichtelgebirge. Mittlerweile holen sich viele Entscheider hier Inspirationen.“
Einen Grund, warum im Landkreis die Energiewende schneller vorankommt als andernorts, nannte Arzbergs Bürgermeister Stefan Göcking – ebenfalls ein ZEF-Gründungsvater: „Wir arbeiten über Partei- und Stadtgrenzen zusammen und ziehen an einem Strang. Außerdem haben wir uns große Kompetenz angeeignet und enorme Ausdauer bewiesen.“
Auch der Vertreter des Windkraftanlagenbauers Ostwind, Andreas Scharf, freute sich, dass in Wunsiedel alles reibungslos geklappt hat. Dass die Anlage in einigen Teilen Wunsiedels zu hören ist, sei ihm bekannt.
Ostwind arbeite an einer Lösung des Problems.


Noch heuer gehen vier weitere ZEF-Windräder in Betrieb Mit einer Leistung von 3,3 Megawatt und 126 Metern Rotordurchmesser ist die Anlage vom Typ Vestas V126 die größte und leistungsstärkste im Landkreis Wunsiedel. Erwartet wird ein Ertrag von über 7,3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Rechnerisch können damit 2200 Vier-Personen- Haushalte versorgt werden. Die Zukunftsenergie Fichtelgebirge (ZEF) investierte in den Bau der Anlage 5,5 Millionen Euro. Derzeit baut die ZEF vier weitere Windräder bei Neuenreuth mit 131 Metern Rotordurchmesser. Diese gehen noch heuer in Betrieb. Insgesamt wird das interkommunale Unternehmen dann zehn Anlagen betreiben. Rund um das Windrad am Wildenberg haben die Jäger Armin und Alexander Prinz sowie Dieter Kochut einen Wildacker mit Futterpflanzen angelegt.


Quelle: Frankenpost, Matthias Bäumler

Beim symbolischen Start des Windrades (von links): Gunnar Braun vom Verband Kommunaler Unternehmen, ZEF-Geschäftsführer Marco Krasser, Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken (halb verdeckt), Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck, Pfarrer Sebastian Stief und die Bürgermeister aus Kirchenlamitz und Arzberg, Thomas Schwarz und Stefan Göcking.
Foto: Matthias Bäumler

09.10.2017
Das neue SWW Kundenmagazin ist da!

Entdecken Sie, was sich bei uns tut und lesen Sie gleich online!. ... weiterlesen


27.10.2016
Störung Stromversorgung

Am Donnerstag den 27.10.2016 kam kam es um 12.05Uhr aufgrund eines durch Tiefbau beschädigten Mittelspannungskabels zu Störungen in der Stromversorgung.. ... weiterlesen


14.09.2016
Ausgezeichnet: Stadtwerke Wunsiedel gewinnen den STADTWERKE AWARD 2016!

Es ist geschafft: Wir haben uns im Wettbewerb um den STADTWERKE AWARD 2016 durchgesetzt! Im Rahmen der VKU-Stadtwerkekongress in Leipzig nahmen Bürgermeister Karl-Willi Beck und der SWW-Geschäftsführer Marco Krasser den ersten Preis vor rund 400 Stadtwerke-Vertretern entgegen. . ... weiterlesen